STARTSEITE » Studie "Standpunkt.Bildung": Bildungswünsche und - bedarfe von Frauen der zweiten Generation

 
 

Navigation






Wirtschaft und Gesellschaft
iv future
iv-net

Schwarzenbergplatz 4
1031 Wien

T. +43 1 711 35 - 2231
F. +43 1 711 35 - 2232
E. gesellschaftspolitik@iv-net.at



Impressum A | A | A
[ 27.03.2014 ]

Studie "Standpunkt.Bildung": Bildungswünsche und - bedarfe von Frauen der zweiten Generation

Standpunkt Bildung fragt nach den Bildungswünschen, -bedürfnissen und -bedarfen von Frauen der zweiten Generation, um durch mehr Wissen über weibliche Angehörige der Zweiten Generation und durch Handlungsoptionen für die Erwachsenenbildungspraxis ihre Bildungsbeteiligung und damit ihre Teilhabeschancen in der österreichischen Gesellschaft zu erhöhen. Studientielnehmer sind Frauen der zweiten Generation der Herkunft Türkei und Exjugoslawien aus Wien und Salzburg.

Die Ergebnisse der PISA-Studien, aber auch Zahlen zu Ausbildsungsbrüchen und Arbeitslosigkeit haben in den letzten Jahren verstärkt die in Österreich geborenen Kinder von MigrantInnen, die sogenannte Zweite Generation, ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Kinder von Eltern mit niedrigem sozioökonomischem Status, und dazu gehören KInder von MigrantInnen überproprotional häufig, zeigen schelchtere Schulergebnisse, brechen Schule oder Lehre häufiger ab und beteiligen sich bedeutend weniger an beruflich verwertbarer  Weiterbildung. Die Zweite Generation hat es zudem im Vergleich zu Menschen ohne Migrationshintergrund bedeutend schwerer, ihre Ausbildungen am Erwerbsarbeitsmarkt adäquat umzusetzen.

Aus diesem Grund fördern das BMBF und der ESF im Rahmen des Schwerpunkts lebensbegleitendes Lernen Forschungsvorhaben, die die Zweite Generation ins Zentrum stellen und dabei eng mit der Umsetzung der Ergebnisse in der Erwachsenenbildung verknüpft sind.

An den Interviews nahmen insgesamt 37 Frauen aus Wien und Salzburg zwischen 19 und 35 Jahren teil, die über ihre Erfahrungen im Bildungssystem und Arbeitsmarkt berichteten.

Zentrale Ergebnisse:

  • Erfahrungen mit Diskriminierung im Kindergarten, Schule und am Arbeitsmarkt. Vorallem sind Frauen mit türkischen Wurzeln stärker davon betroffen.
  • Schüler und Schülerinnen werden aufgrund ihrer "geringen" Deutschkenntnisse überproproprotional häufiger in die Sonderschule vewiesen.
  • Tortz hoher Bildungsaspiration der Eltern der Zweiten Generation Frauen, konnten sie mangels Wissen über das Bildungssystem und fehlender Unterstützung den sozialen Aufstieg nicht realisieren.
  • Bei der Lehrstellensuche berichten vor allem Frauen mit Kopftuch von Diskriminierung, die Berufsausbildung fand bei den Befragten oft in schlecht bezahlten Bereichen (Handel, Gastronomie) statt. Als Reaktion darauf, dass die Mehrheitsgesellschaft sie noch immer als Ausländerinnen sieht, obwohl sie selbst sich als Österreicherinnen definieren, ziehen sich die Frauen häufig in ihre Community zurück.

Die Herausgeberinnen der Studie kommen im letzten Punkt auf Handlungsoptionen und Maßnahmen zu sprechen. Einige Handlungsfelder im Bereich Erwachsenen,- und Weiterbildung sind folgende:

  • Zusammenarbeit der Netzwerke der Bildungseinrichtungen in Österreich zur Zielgruppenerreichung und Vernetzung mit der Erwachsenenbildungslandschaft.
  • Entwicklung bzw. Weiterentwicklung und Umsetzung von Strategien zur Erreichung von Frauen der Zweiten Generation, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.
  • Entwicklung von Kampagnen und Kommunikationsstrategien zur Vermittlung des Nutzens und der Verwertbarkeit von Bildung und Weiterbildung - auch bezogen auf eine Teilhabe an der Gesellschaft - für Frauen der Zweiten Generation.
  • Stärkung der persönlichen Sprachkompetenzen in Kombination mit Deutsch
  • Ausbau von MentrInnenprojekten, die Berufsausbildungen bzw. Bildungs-Umbruchsituationen begleiten.
  • Weiterentwicklung, Konzeption und flächendeckende Umsetzung von allgemeinbildenden Angeboten zur Erhöhung der Lernmotivation bildungsbenachteiligter Frauen der Zweiten Generation

 

Wenn Sie weiterlesen wollen, können Sie hier den Gesamtbericht der Studie herunterladen:

Standpunkt.Bildung - Bildungswünsche und -bedarfe von Frauen der Zweiten Generation

 

 








BundBurgenlandKärntenNiederösterreichOberösterreichSalzburgSteiermarkTirolVorarlbergWienJunge Industrie